Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern

Foto: Daniela Waning (Praxisanleiterin) mit Tochter Matilda

Der Pflegenotstand hat inzwischen bedenkliche Ausmaße angenommen. Auch die Caritas musste schon Patienten-Anfragen mangels Personal ablehnen. „Bis politische Veränderungen greifen, ist es vielleicht schon zu spät“, vermutet Caritas-Vorstand Hartmut Claes und sucht eigene Lösungen. Er setzt jetzt bei der Mitarbeitersuche verstärkt auf Mütter. Durch flexible Arbeitszeiten konnte die Caritas bereits fünf neue Mitarbeiterinnen für die Pflege gewinnen.

Ihnen kommt entgegen, dass sie nicht wie üblich morgens um sechs Uhr ihren Dienst beginnen, sondern zunächst ihre Kinder versorgen. Erst danach beginnt ihr Dienst.

Für die Mütter und alle anderen Caritas-Pflegekräfte gilt, dass sie nur noch an jedem dritten Wochenende Dienst tun, nicht mehr an jedem zweiten. „Das war ein Wunsch unserer Mitarbeiter“, erklärt Hartmut Claes und ergänzt, man habe auch eine Schreibkraft eingestellt, die jetzt die vom Mitarbeiter diktierte Pflegedokumentation in den PC tippt. „Das müssen die Pflegekräfte nicht mehr selbst tun. Die gewonnene Zeit kommt den Patienten zugute.“

Die Caritas zahlt wie im öffentlichen Dienst üblich Wochenend-, Feiertags- und Abendzuschläge. Hartmut Claes: „Das machen alle Wohlfahrtsverbände, bei privaten Pflegeanbietern ist dies eher selten“ Die gute Bezahlung wissen die Pflegekräfte sehr zu schätzen.

Menschen zu ermöglichen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, hält Hartmut Claes für einen guten Weg, um in schwierigen Zeiten neue Mitarbeiter zu gewinnen. Durch die zusätzlichen Kräfte könne man jetzt auch wieder neue Patienten annehmen. Voraussetzung ist aber, dass auch die Patienten zeitlich flexibel sind und nicht schon frühmorgens versorgt sein wollen. „Doch die meisten sind froh, überhaupt einen Dienst gefunden zu haben“, ist sich Claes sicher.